
Definition: Tonleiter – Was ist das?
Eine Tonleiter ist eine aufsteigende Abfolge von Tönen, die sich innerhalb einer Oktave befinden. Sie endet somit auf dem gleichnamigen Ton genau eine Oktave höher als der Anfangston. Die Anzahl der Töne einer Tonleiter ist unterschiedlich. In der westlichen, europäischen Musikwelt gibt es meist Pentatonik mit fünf, Hexatonik mit sechs oder die Heptatonik mit sieben verschiedenen Tönen.
Die häufigsten Tonleitern sind diatonische Tonleitern wie Dur und Moll und die Kirchentonleitern. Gehört zudem ein Ton zu einer Tonleitern, so wird er als leitereigener Ton beschrieben – ansonsten ist er nicht-leitereigen.
Pentatonik
Die bekannteste Tonleiter mit fünf verschiedenen Tönen ist die Blues-Tonleiter. Sie wird, wie der Name schon sagt, häufig im Blues verwendet. Heute gilt sie als wichtiger Bestandteil des Blues, da sie das musikalische Material liefert, auf dessen Grundlage Musiker in einem Blues improvisieren können. Das funktioniert selbst bei Akkord- und Harmoniewechseln. Die Tonleiter ist immer mit den gleichen Intervallen über dem Grundton aufgebaut und kann so von jedem Ton aus einfach bestimmt werden:

Hexatonik
Eine Oktave besteht aus zwölf Halbtönen und sechs Ganztönen. Diese sechs Ganztöne bilden ebenfalls eine Tonleiter, die aus genau sechs Tönen besteht: die Ganztonleiter. Sie startet auf einem beliebigen Ton und steigt in Ganztonschritten an, bis sie die Oktave über dem Startton erreicht hat. Ungewohnt im Notenbild ist, dass ein Intervall durch die sechs Töne eine verminderte Terz ist. Der Klang ist jedoch der gleiche wie bei einer großen Sekunde:

Heptatonik
Die heptatonische Tonleiter besteht aus sieben verschiedenen Tönen innerhalb einer Oktave und ist die meist verwendet Art von Tonleitern in der westlichen Musikwelt.
Dur-Tonleiter
Die Dur-Tonleiter ist die wahrscheinlich bekannteste ihrer Art und ist überall in der Musik zu finden. Sie ist eine Abfolge von Ganztonschritten, wobei zwischen dem 3. und 4. und dem 7. und 8. Ton ein Halbtonschritt vorhanden ist. Den siebten Ton nennt man in diesem Zusammenhang auch Leitton.

Moll-Tonleiter
Die Moll-Variante besitzt verschiedene Arten von Tonfolgen, die sich mit der Zeit entwickelt haben. Sie heißen natürlich, harmonisch und melodisch Moll. Natürlich Moll ist die Basisvariante und besitzt wie Dur fünf Ganztonschritte. Ihre Halbtonschritte liegen zwischen dem 2. und 3. und dem 5. und 6. Ton. Harmonisch Moll ist fast identisch. Allerdings wird hier der siebte Ton erhöht, damit er wie bei Dur als Leitton zum Grundton fungieren kann. Zuletzt bleibt melodisch Moll, wo nicht nur der siebte, sondern auch der sechste Ton erhöht wird. Damit wird das in harmonisch Moll entstandene Intervall der übermäßigen Sekunde vermieden. Abwärts spielt man melodisch Moll allerdings wieder ohne die Erhöhung und somit identisch zur natürlichen Variante.

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Kirchentonleiter
Die Kirchentonleitern basieren auf den Tönen der verschiedenen Kirchentonarten. Sie heißen: ionisch (Dur), dorisch, phrygisch, lydisch, mixolydisch, aeolisch (Moll) und lokrisch. Diese Tonabfolgen sind alle diatonisch, haben also immer zwei Halbton- und fünf Ganztonschritte innerhalb der Tonfolge.
Ausgehend von der Dur-Tonleiter starten die Kirchentonleitern auf einer anderen Stufe – also einem anderen Ton der Dur-Tonleiter. Die Vorzeichen werden allerdings nicht verändert. So startet beispielsweise dorisch auf dem 2. und mixolydisch auf dem 5. Ton:


Chromatische Tonleiter
Zuletzt gibt es noch die chromatische Tonleiter. Sie besteht aus allen zwölf Tönen innerhalb einer Oktave und bildet somit eine Abfolge von Halbtonschritten auf- und abwärts. Als „normales“ Tonmaterial wird sie allerdings selten verwendet, da es hier ohne Leittöne oder überhaupt unterschiedliche Tonabstände kein eindeutiges tonales Zentrum gibt:

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