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Synkopen – Rhythmische Verschiebungen

Verfasst von Ben Müller

Das Musiklexikon von A-Z ist ein Nachschlagewerk, in dem die wichtigsten Begriffe und Konzepte der Musiktheorie erklärt werden. Mehr dazu findest du im Beitrag.
Das Musiklexikon von A-Z

Definition: Synkope – Was ist das?

Die Synkope ist eine rhythmische Erscheinung, bei der die Betonung von den eigentlich starken Zählzeiten auf schwache Zählzeiten oder Zwischenschläge („und“-Zählzeit) verlagert wird. Dadurch wird die regelmäßige metrische Struktur des Taktes bewusst „gestört“, ohne dass der Grundpuls selbst verloren geht.

Typisch ist dabei zum Beispiel die Betonung der „und“-Zählzeiten zwischen den Hauptschlägen oder das Überbinden eines Tons über eine betonte Zählzeit hinweg, sodass diese nicht mehr hörbar neu angeschlagen wird.

Hier siehst du zwei Beispiele, wie eine Synkope aussehen könnte. Das erste zeigt eine Verschiebung auf den Offbeat (die „und“-Zählzeit“):

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Das zweite Beispiel zeigt die Verschiebung auf die schwachen Zählzeiten durch Akzente:

Manche Noten wirken im ersten Moment wie Synkopen, sind es aber nicht. Das liegt daran, dass es sich um sogenannte Auftakte handelt, die auf die nächste Zählzeit oder den nächsten Takt hinspielen. Deshalb klingen diese Stellen nicht mehr wie eine Synkope, sondern werden stattdessen als Hinführung zur nächsten Zählzeit gesehen.

Tipp: Eine Synkope entsteht, wenn die Betonung gegen die erwartete Metrik verschoben wird, wodurch Spannung im Rhythmus entsteht.

Echte vs. unechte Synkope

Bei den bisherigen Beispielen handelt es sich um sogenannte echt Synkopen. Sie entstehen durch Bindung oder Verschiebung von Notenwerten. Es gibt allerdings noch die unechten Synkopen. Diese werden lediglich durch eine veränderte Betonung der Noten gebildet. Das passiert zum Beispiel, wenn bei 8 Achteln nur die Achtel auf den „und“-Zählzeiten akzentuiert werden. So bildet sich eine Synkope, die jedoch nicht durch rhythmische Verschiebung entstanden.

Synkopen lassen sich in der Notation oft gut erkennen. Häufig werden sie durch Bindebögen über betonte Zählzeiten hinweg dargestellt, sodass ein Ton auf einer schwachen Zählzeit beginnt und über eine eigentlich betonte Zählzeit gehalten wird. Alternativ können Synkopen auch durch gezielte Akzente auf unbetonten Zählzeiten gekennzeichnet sein. Beide Schreibweisen machen die Verschiebung der Betonung im Notenbild sichtbar.

Synkopen in verschiedenen Stilen

Synkopen sind ein zentrales Gestaltungsmittel in vielen Musikstilen. Besonders häufig kommen sie in Genres wie Jazz, Funk und Pop vor, wo sie für einen lebendigen, „groovigen“ Rhythmus sorgen. Durch die bewusste Verschiebung von Betonungen entsteht ein Gefühl von Bewegung und Spannung, das die Musik dynamischer und oft auch tanzbarer macht. Gerade im Funk und Jazz sind Synkopen ein wesentlicher Bestandteil des rhythmischen Ausdrucks und sind charakteristisch für den Sound dieser Stilrichtungen.

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