
Definition: Pausen – Was ist das?
Eine Pause ist ein Zeichen, das genau festlegt, wie lange nicht gespielt wird. Sie ist damit kein Leerraum in den Noten, sondern ein Notenwert mit einer exakt bestimmten Dauer.
Für jeden Notenwert gibt es eine Pause mit derselben Länge. Eine Viertelpause dauert genauso lang wie eine Viertelnote, eine Achtelpause genauso lang wie eine Achtelnote. Wer die Notenwerte kennt, kann die Pausenwerte direkt daraus ableiten.
Der entscheidende Unterschied: Eine Pause verschwindet nicht aus dem Takt. Sie wird mitgezählt wie jeder gespielte Ton. Ein Takt muss immer vollständig gefüllt sein, egal ob mit Noten, mit Pausen oder mit beidem. Die Pausenzeichen folgen allerdings einer eigenen Logik: Anders als bei den Noten, wo kürzere Werte durch Hals und Fähnchen entstehen, musst du die Zeichen der längeren Pausen einzeln lernen. Erst ab der Achtelpause gibt es ein durchgehendes Muster.
Darstellung von Pausen
Anders als Noten haben Pausen keinen Notenkopf und keinen Hals. Sie werden über eigene Symbole dargestellt, die sich an einer festen Stelle im Notensystem befinden. Diese Position ist nicht frei wählbar, sondern gehört zum Zeichen dazu.
Zwei Pausen sehen sich dabei besonders ähnlich und werden gerade am Anfang häufig verwechselt: die ganze und die halbe Pause. Beide sind ein kleiner, dicker Balken und unterscheiden sich nur durch ihre Lage im System:
- Die ganze Pause hängt unter der vierten Linie.
- Die halbe Pause liegt auf der dritten Linie.
Eine verbreitete Merkhilfe: Die ganze Pause ist die schwerere von beiden und hängt deshalb nach unten, die halbe ist leichter und liegt oben auf.
Ab der Viertelpause haben die Zeichen eine eigene Form und stehen mittig im System.
Die verschiedenen Pausenwerte und ihre Darstellung
Die ganze und die halbe Pause kennst du bereits aus dem Abschnitt oben.
Die Viertelpause sieht ganz anders aus. Sie ist eine Art gezackte Linie, die mittig im Notensystem positioniert ist. Die Pause ist sehr gut erkennbar, da sie sich im Aussehen stark von allen anderen Pausen abhebt.
Ab der Achtelpause geht es mit einem Muster weiter. Die Achtelpause besteht aus einem schrägen Strich, an dem ein Fähnchen befestigt ist. Für die Sechzehntelpause kannst du dir dann vorstellen, wie sie aussieht: Sie besitzt ebenfalls einen schrägen Strich und zwei Fähnchen. Die Kette lässt sich jetzt wie bei den Notenwerten fortführen.
| Pause | Dauer im 4/4-Takt | Aussehen |
|---|---|---|
| Ganze Pause | vier Zählzeiten, oder ein kompletter leerer Takt | Balken, hängt unter der vierten Linie |
| Halbe Pause | zwei Zählzeiten | Balken, liegt auf der dritten Linie |
| Viertelpause | eine Zählzeit | gezackte Linie, mittig im System |
| Achtelpause | eine halbe Zählzeit | schräger Strich mit einem Fähnchen |
| Sechzehntelpause | eine viertel Zählzeit | schräger Strich mit zwei Fähnchen |
| Zweiunddreißigstelpause | eine achtel Zählzeit | schräger Strich mit drei Fähnchen |
Erweiterungen zu Pausen
Die ganze Pause als Taktpause
Die ganze Pause hat eine Sonderrolle. Sie steht nicht nur für vier Viertel, sondern für einen komplett leeren Takt, und zwar unabhängig von der Taktart. Du kannst dir also merken: Die ganze Pause steht für einen ganzen Takt.
Ein leerer 3/4-Takt wird also mit einer ganzen Pause notiert, nicht mit einer punktierten halben Pause. Genauso im 6/8-, 5/4- oder 2/4-Takt: Ist der ganze Takt still, steht dort eine ganze Pause. Sie bedeutet in diesem Fall „dieser Takt pausiert vollständig“.
Punktierung von Pausen
Wie bei Noten verlängert ein Punkt hinter der Pause ihren Wert um die Hälfte des ursprünglichen Wertes. Eine punktierte Viertelpause dauert also eine Viertel plus eine Achtel, zusammen drei Achtel.
In der Praxis wird die Punktierung bei Pausen zurückhaltender eingesetzt als bei Noten. Häufig schreibt man stattdessen zwei getrennte Pausen, weil die Taktstruktur so besser ablesbar bleibt. In zusammengesetzten Taktarten wie dem 6/8-Takt ist die punktierte Pause dagegen üblich, weil sie dort genau eine Zählgruppe von drei Achteln abbildet.
Pausen richtig im Takt platzieren
Wie auch bei Notenwerten versucht man Pausen so zu schreiben, dass sie die Struktur eines Taktes widerspiegeln und man als Musiker durch die Position der Pausen einen schnellen Überblick über den Takt bekommen kann.
Im 4/4-Takt gilt deshalb dieselbe Logik wie bei der Balkung: Die Taktmitte zwischen Zählzeit 2 und 3 wird nicht überdeckt. Sind die Zählzeiten 2 und 3 still, schreibt man zwei Viertelpausen und keine halbe Pause, obwohl beide gleich lang wären. Nur so bleibt auf einen Blick erkennbar, wo die Taktmitte liegt.
Ebenso wird auch eine Pause der Dauer einer Viertel, die auf einer „und“-Zählzeit beginnt, nicht als Viertel-, sondern als zwei Achtelpausen notiert.
Die Generalpause
Pausieren alle Stimmen eines Ensembles gleichzeitig, spricht man von einer Generalpause. Sie wird meist mit „G.P.“ über dem System gekennzeichnet und ist ein bewusstes dramaturgisches Mittel, kein bloßes Nichtspielen.
Pause mit Fermate
Steht eine Fermate über einer Pause, wird die Stille über ihren notierten Wert hinaus verlängert. Wie lange genau, entscheidet im Ensemble in der Regel der Dirigent.
Mehrtaktpausen
In Orchester- und Bläserstimmen findest du oft einen waagerechten Balken mit einer Zahl darüber. Diese Mehrtaktpause fasst mehrere leere Takte zusammen, die Zahl gibt an, wie viele Takte pausiert werden. Das spart Platz und macht lange Wartephasen übersichtlicher.
Teste dein Wissen mit einem kleinen Quiz
Wie wird ein vollständig leerer 3/4-Takt im Idealfall notiert?
Woran erkennst du den Unterschied zwischen ganzer und halber Pause?
Wie viele Fähnchen hat eine Sechzehntelpause?
Die Zählzeiten 2 und 3 eines 4/4-Takts sind still. Wie notierst du das?
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