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Transponieren - Stimmungen der Instrumente verstehen

Verfasst von Ben Müller

Das Musiklexikon von A-Z ist ein Nachschlagewerk, in dem die wichtigsten Begriffe und Konzepte der Musiktheorie erklärt werden. Mehr dazu findest du im Beitrag.
Das Musiklexikon von A-Z

Definition: Transponieren – Was ist das?

Es gibt viele verschiedene Instrumente, die in unterschiedlichen Stimmungen gestimmt sind. Konkret bedeutet das, dass beispielsweise ein F-Horn zwar ein C greift, aber der Ton F erklingt. Würden unterschiedliche Instrumentengruppen in den Noten den gleichen Ton notiert haben, würden dabei viele verschiedene Töne gleichzeitig erklingen. Dafür braucht man das Transponieren. Es hilft dabei, die Noten so zu schreiben, dass die Instrumente zwar unterschiedliche Töne greifen, aber am Ende der gleiche Ton erklingt. Wie das funktioniert, erfährst du in diesem Beitrag.

Aber es gibt auch weitere Gründe, warum man transponiert. Zum Beispiel kann man ein Stück insgesamt erhöhen oder erniedrigen, um es an den Stimmumfang von Sängern anzupassen. Oder Stücke werden in ihrer Tonart geändert, damit sie nicht so viele Vorzeichen besitzen und deshalb besser lesbar sind.

Warum muss man überhaupt transponieren?

Den Ursprung des Transponierens liegt in der Geschichte der Blechblasinstrumente. Früher gab es noch keine Ventile bei Trompete oder Horn, mit denen man die Tonhöhen der Instrumente verändern konnte. Die Tonhöhe musste somit rein über den Ansatz und die Lippenspannung der Spielenden variiert werden, wodurch allerdings nur Obertöne über dem Grundton des Instruments gespielt werden konnten. Deshalb gab es für verschiedene Tonarten der Stücke auch unterschiedlich gestimmte Hörner und Trompeten.

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Damit die Musiker nicht bei jedem Tonartwechsel andere Noten lesen mussten (da die Veränderung der Lippenspannung und somit auch das Spielen des Instrument sich nicht verändert haben, sondern nur das Instrument gewechselt wurde), wurden die Noten alle immer in der gleichen Tonart geschrieben. Sie wurden also transponiert. Das bedeutet, die Musiker haben immer die gleichen Noten gelesen, obwohl die erzeugten Töne immer unterschiedlich waren. Aus der Historie heraus sind gewisse Blasinstrumente deshalb immer noch in einer anderen Stimmung gestimmt und müssen deshalb transponiert werden.

Weitere Gründe warum man heute noch transponiert

Es gibt aber auch Instrumente wie Klarinette oder Saxophon, die jeweils unterschiedlich transponiert werden. Das liegt heutzutage daran, dass es diese Instrumente in verschiedenen Tonumfängen gibt. Die Griffe an den Instrumenten bleiben allerdings überwiegend identisch, wodurch man direkt alle Varianten spielen kann.

Außerdem werden ganze Stücke in andere Tonarten transponiert also um ein festes Intervall verschoben, um sie für Anfänger einfacher zu gestalten oder um Gesangsstücke an den Stimmumfang der Sänger anzupassen.

Bei arrangierten Stücken kann es auch vorkommen, dass die Besetzung geändert wird und deshalb z.B. ein C-Instrument die Stimme eines B-Instruments übernimmt, wodurch die Noten transponiert werden müssen.

Wie funktioniert das Transponieren?

Es gibt verschiedene Arten, wie du transponieren kannst, zum Beispiel:

  • Welcher Ton erklingt, wenn du auf der B-Trompete ein D greifst?
  • Welchen Ton muss ein F-Horn greifen, damit ein klingendes F erzeugt wird?
  • Welchen Ton muss die B-Klarinette greifen, damit derselbe Ton erklingt, den ein Es-Saxophon beim Greifen eines G spielt?

Um zu transponieren, musst du die Stimmung aus der du transponieren willst und die Stimmung, in die du transponieren willst, kennen. Die klingende Stimmung ist immer die C-Stimmung. Mit der folgenden Anleitung zeigen wir dir allgemein, wie du vorgehst, um zwischen zwei Stimmungen zu transponieren.

  1. Bestimme die Stimmung X aus der du transponieren willst.
  2. Bestimme die Stimmung Y in die du transponieren willst.
  3. Bestimme das Intervall von Y nach X (beachte auch die Richtung).
  4. Verschiebe den Ton bzw. die Töne um das ermittelte Intervall.

Beispiel 1: Von F-Stimmung nach B-Stimmung

Übersetzt: „Welche Notation ist auf einem B-Instrument erforderlich, um denselben klingenden Ton zu erzeugen, der auf einem F-Instrument notiert als Ton X erscheint?“

  1. F-Stimmung
  2. B-Stimmung
  3. Von B zu F = reine Quarte abwärts
  4. Alle Töne um eine reine Quarte nach unten verschieben.
Gegriffene Töne eines F-Horns und zu greifende Töne für eine B-Trompete

Beispiel 2: Von C-Stimmung nach B-Stimmung

Übersetzt: „Welche Notation ist auf einem B-Instrument erforderlich, um den klingenden Ton X zu erzeugen?“

  1. C-Stimmung (klingend)
  2. B-Stimmung
  3. Von B zu C = große Sekunde aufwärts
  4. Alle Töne um eine große Sekunde nach oben verschieben.
Klingende Töne und zu greifende Töne einer B-Trompete

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