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3 Min. Lesezeit

Das Tempo in der Musik

Verfasst von Ben Müller

Das Musiklexikon von A-Z ist ein Nachschlagewerk, in dem die wichtigsten Begriffe und Konzepte der Musiktheorie erklärt werden. Mehr dazu findest du im Beitrag.
Das Musiklexikon von A-Z

Definition: Tempo – Was ist das?

Das Tempo (Plural: Tempi) ist eine Beschreibung für die Geschwindigkeit der Musik. Es bestimmt somit auch den Charakter, den ein Stück besitzt und ist ein wesentlicher Bestandteil in der Musik. Es gibt verschiedene Darstellungs- bzw. Beschreibungsarten eines Tempos: Zum einen kann das Tempo durch eine exakte Angabe in Schlägen pro Minute (kurz: bpm, „beats per minute“) angegeben werden. Zum anderen gibt es unterschiedliche Namen für bestimmte Tempobereiche, die in der Theorie einem festen Tempobereich zugeordnet sind. Die Namen geben aber nicht nur das Tempo an, sondern beschreiben in vielen Fällen zusätzlich noch den Charakter, den das Stück annehmen soll (z.B. Maestoso oder Brillante).

Das Tempo in Schlägen pro Minute

Die Angabe des Tempos in Schlägen pro Minute beschreibt, wie viele Zählzeiten pro Minute gespielt werden, und ist damit die gängigste Methode, das Tempo eines Musikstücks konkret zu beziffern. Wichtig ist dabei jedoch, auf welchen Notenwert sich diese Angabe bezieht – dieser hängt eng mit dem Metrum des Stücks zusammen, also der zugrunde liegenden Ordnung von betonten und unbetonten Zählzeiten.

Je nach Metrum kann sich die Tempoangabe auf ganz unterschiedliche Notenwerte beziehen: In den meisten Fällen ist die Viertelnote der Bezugswert, doch vor allem in der klassischen Musik ist das nicht immer so. So kann das Tempo etwa in Achteln notiert sein: Bei ♪ = 90 sind dann Achtelnoten gemeint, nicht Viertel. Häufig gibt es diese Angabe in 6/8-Takten, in denen die Achtel aufgrund des langsamen Tempos gezählt werden. Die tatsächliche Geschwindigkeit der Schläge bleibt dabei immer gleich, unabhängig davon, auf welchen Notenwert sich die Angabe bezieht. Lediglich der Bezugswert selbst ändert sich, während das musikalische Grundgefühl, also das Metrum, davon unberührt bleibt.

Tempobeschreibungen

Es gab auch eine Zeit, bevor diese exakten Tempoangaben in Schlägen pro Minute verwendet wurden. Damals gab es für verschiedene Stimmungen und Tempi unterschiedliche Bezeichnungen. Zum Beispiel gibt es Bezeichnungen wie Andante („gehend“) oder Maestoso („majestätisch“). Anhand dieser Bezeichnungen kann man sich ungefähr vorstellen, wie schnell das Tempo ist und welchen Charakter es zudem vermitteln soll. Daran wird auch deutlich, dass es sich bei Tempobeschreibungen nicht um ein festgelegtes Tempo handelt, sodass es von verschiedenen Personen unterschiedlich interpretiert werden kann. Das gleiche Stück kann somit in verschiedenen Orchestern auch unterschiedlich schnell gespielt werden, je nachdem wie das Tempo durch den Dirigenten interpretiert wird.

Mit der Zeit wurden die verschiedenen Beschreibungen für das Tempo jedoch einem bestimmten Tempobereich zugeordnet, sodass man eine bessere Vorstellung bekommt, wie schnell ein Stück gespielt werden soll. Diese Tempobereiche sehen ungefähr so aus:

grave40 – 44
largo44 – 48
lento48 – 54
adagio54 – 58
larghetto58 – 63
andante69 – 76
maestoso84 – 92
moderato92 – 104
allegretto104 – 116
allegro126 – 138
vivace152 – 176
presto176 – 200
prestissimo200 – 208
Tempobeschreibungen mit zugehöriger Tempoangabe

Tempo verändern

Zu den festen Tempoangaben gibt es weiterhin noch Begriffe, die beschreiben, wie sich das Tempo verändern kann. Das Tempo kann allmählich langsamer (ritardando) oder schneller (accelerando) werden, oder man kann abrupt (subito) in ein neues Tempo übergehen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass statt einer neuen Tempoangabe einfach ins ursprüngliche Tempo (Tempo primo) oder ins vorherige Tempo (A tempo) zurückgesprungen wird. Genauere Infos dazu findest du in unserem Notono Musiktheoriekurs.

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